Hexentaufe und Feuersprung

Der Glaube an Hexen ist so alt wie die Menschheit. Aber genau so alt wie der Glaube, dass Hexen Gutes vollbringen können, ist der Glaube, dass Hexen Böses im Sinn haben. Aus dem vorderasiatischen Kulturraum wurde in alten Mythen schon die erste Frau Adams „Lilith“ als lüsternes, kinderfeindliches Nachtwesen beschrieben. Auch in vielen anderen uralten Überlieferungen hört man von Hexen als Drachefrauen, Rachegeister, Nachtgespenster, Plagegeister und Giftmischerinnen, die auch mit dem Teufel im Bunde gewesen sein sollen. Auf dem Kandel im Schwarzwald sollen sich Hexen im

Feuerschein zu dämonischem Tanz mit dem Teufel getroffen haben. Überhaupt hat das Feuer im Zusammenhang mit Hexen immer schon eine große Bedeutung gehabt. Aber nicht immer und überall hatten Hexen einen zweifelhaften oder gar schlechten Ruf. So liest man auch hin und wieder von weisen Frauen mit übermenschlichen Kräften,

von Weissagerinnen oder von heilkundigen Kräuterweibern. Auch als

Segensspenderinnen oder als die „guten Holden“ wurden Hexen zeitweise genannt. Aber nie wussten die Menschen so richtig wie sie sich die Taten der Hexen erklären sollten, und da war es das Einfachste, man verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen. Schon in der Bibel ist im 2. Buch Moses zu lesen: „Eine Hexe sollst Du nicht am Leben lassen“.

Im ganzen Mittelalter kam es deshalb immer wieder zu schaurigen Hexenprozessen, hauptsächlich auch im badischen und schweizerischen Raum. So hört man ab dem 14. Jahrhundert z.B. von vielen Hexenbränden in Freiburg, Konstanz, Basel und Luzern.

1629 wurden allein in Offenburg 33 Hexen verbrannt und in Rufach in der Schweiz innerhalb von 11 Jahren sogar 37 Hexen mit dem Füür hingerichtet. Auch in unserer Heimatstadt wurden Frauen als Hexen hingerichtet. In dem 1865 geschriebenen Buch „Säckingens Schicksale“ steht wörtlich: Man erlebte in der Stadt des heiligen Fridolin nur wenige Male das entsetzliche Schauspiel eines Hexenbrandes…. Nur einige Frauen wurden als Hexen verbrannt. Das Ganze spielte sich im Jahre 1349 ab. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich erst 629

Jahre danach, also im Jahre 1978, einige Fasnachtshungrige daran machten in Bad Säckingen eine Hexenzunft ins Leben zu rufen – nämlich die "Obersäckinger Hexen".

Um nicht wie unsere Vorfahren auf dem Scheiterhaufen zu enden, haben wir in unsere Satzung geschrieben: Zweck des Vereines ist die Pflege des fasnächtlichen Brauchtums und die Geselligkeit. Seit nunmehr 40 Jahren haben wir daher jede Menge Spaß an der Fasnacht mit unseren 55 Aktivhexen und rund 12 Kindern und

Jugendlichen unter 18 Jahren.

 

Getauft werden bei uns Hexen, die 20 Jahre aktiv dabei sind. Nach 20 Jahren wird es auch Zeit, die Hexenunterhose zu wechseln und der Täufling bekommt symbolisch ein Gewann zugewiesen, auf dessen Namen er getauft wird.

 

Getauft wird natürlich mit eiskaltem Wasser!

 

Unser diesjähriger Täufling war unsere Oberhexe:

Hexe Jasmin vom Steinbühl

Obersäckinger Hexen e.V. 1978

Postfach 1518

79706 Bad Säckingen

info@obersaeckinger-hexen.de